Teufel System 5 (Test)

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Teufel System 5 – Boxenset für 950 €

Teufel System 5 – Boxenset für 950 €Noch nicht mal 1.000 Euro kostet die Neuauflage des legendären Teufel-Sets System 5 – und verspricht trotzdem ganz viel Leistung für mittelgroße Heimkinos. Der Boxenspezialist und THX-Pionier Teufel aus Berlin ist bekannt für sein großes Angebot an Heimkinosystemen.

Wegen des Direktvertriebs können die Kunden den Klang zwar nicht mit Sets anderer Hersteller vergleichen, dafür ist das Preis-Leistungs-Verhältnis verlockend. Das neue System 5 THX Select, Nachfolger des gleichnamigen Sets ohne THX, kostet in der Einführungsphase nur 949 Euro – so günstig gab es THX Select noch nie.

Technik

Bei dem getesteten Set handelt es sich um die kleinste Ausbaustufe mit fünf identischen Satelliten M 550 FCR und dem Aktiv-Subwoofer 5500 SW. Anders als sein Vorgänger weist der neue Sub elegante Proportionen, schickes Design und doppelte Leistungsreserven in so genannter Class-D-Endstufentechnik (also Digitalverstärker) auf.

Die kompakte, querformatige Anordnung der Chassis bei den Satelliten hat Teufel beibehalten. Die neu entwickelten 13er-Konusse mit Kohlefaser­membran und die leicht nach oben versetzte Hochtonkalotte befinden sich dicht beisammen und bündeln den Schall deshalb nicht so stark, wie es etwa die THX-Ultra-Spezifikation fordert. Die weniger strengen Anforderungen von THX Select dagegen erlauben diese Bauart für besonders kompakte Lautsprecher  – sehr vernünftig, denn für kleinere Räume geht die­se Art der Abstrahlung in Ordnung. Zudem gestattet THX-Select eine von 80 auf 100 Hertz erhöhte Übernahmefrequenz zwischen Subwoofer und Satellit. Diese Option entlastet die Satelliten und ermöglicht die Einhaltung der sehr hohen THX-Anforderungen an Pegelfestigkeit und Klirrarmut. Im Lautsprecher-Set­up des AV-Receivers sollte dabei stets die Option "small" für Front-, Center- und Rear-Boxen gewählt werden.



Stabile Schraubklemmen sind vorhanden und zur Aufnahme
von möglichst vielen Kabelarten eine wichtige Voraussetzung.

In einer Konfiguration mit kleinen Satelliten ist der Subwoofer stets ganz allein zuständig für die gesamte Tieftonenergie. Trotz der vergleichsweise kompakten Bauweise handelt es sich beim M 5500 SW aber um ein echtes Arbeitstier, das richtig zur Sache gehen kann. Dafür sorgen der bewährte 30er-Basstreiber mit beschichteter Zellulose-Membran, die Impulsleistung von bis zu 600 Watt und Teufels hauseigene Bassreflex-Technik namens DPU. Dieses Kürzel steht für "Differential-Phasen-Umkehrtechnik" und bezieht sich auf den Bassreflex-Kanal auf der Rückseite, der besonders lang ist und zudem eine große Öffnung aufweist, um so die Strömungsgeräusche zu reduzieren.

Teufel System 5 – Boxenset für 950 €

Die Aktiv-Elektronik des Subwoofers liefert dank stromsparender
Digitalverstärker 350 Watt Dauerleistung.

Teufel bietet für das Set noch Optionen und sinnvolles Zubehör, etwa für Anhänger von Rear-Boxen in Dipol-Technik die Satelliten M 550 D. Unbedingt empfehlenswert sind die eleganten Standfüße Stands M 550 P für nur 59 Euro. Front- und Centerboxen lassen sich dank Gewindemutter stabil mit ihnen verschrauben, die Kabel werden im Metallfuß unsichtbar nach unten geführt.

Tonqualität Stereo

Der Subwoofer leistete im Messlabor unglaubliche 109 Dezibel maximalen Schalldruck und satten Tiefgang bis 32 Hertz – das erklärt, warum Teufel den M 5500 SW sogar für Räume bis 50 Quadratmeter empfiehlt. Die Satelliten überzeugten bis zur unteren Grenzfrequenz von 90 Hertz mit einer neutralen Abstimmung sowie einem recht ordentlichen Wirkungsgrad. Nur das Abstrahldiagramm zeigte im Mitteltonbereich außerhalb der Achse einen Pegeleinbruch, typisch für eine querformatige Anordnung der Mittel-Hochtontreiber.

Beim ersten Stereo-Hördurchgang mit zunächst gerade ausgerichteten Satellitenboxen klang Stings Stimme in "It’s probably me" deshalb tatsächlich einen Tick zu kehlig. Als wir die Boxen dann aber exakt zum Hörer hin anwinkelten, gewann der Gesang sofort an Offenheit und Ausdruck. Nun sorgte die Bündelung der Satelliten für eine direkte und verblüffend dynamische Gangart, die man derart kompakten Boxen kaum zugetraut hätte. Das Salz in der Suppe steuerte dabei der stets locker und schwungvoll agierende Subwoofer bei. Die souveräne Kraft, mit der er die großen Kesselpauken von "The O-zone Percussion Group" gelassen in den Hörraum wuchtete, war höchst beeindruckend. Die Klirrarmut im Bass und der ausreichende Tiefgang der Satellitenboxen sorgten zudem für die erfreuliche Tatsache, dass sich der Sub selbst bei seitlicher Aufstellung außerhalb des Stereo-Dreiecks nie isoliert orten ließ.

Teufel System 5 – Boxenset für 950 €

Das Diagramm belegt: Die Satelliten brechen seitlich in den Mitten ein,
daher sollten sie stets Richtung Zuhörer gedreht aufgestellt werden.
Der Hochtonabfall ist unkritisch.

Tonqualität Surround

Wie von Teufel nicht anders zu erwarten, legte das Set im Surround-Test weiter zu. Die im Stereo-Betrieb noch ein wenig eng wirkende Abbildung wich im Heimkino dank der fünf identischen Satellitenboxen einer ebenso homogenen wie weit aufgespannten Raumdarstellung. Zudem konnte der Subwoofer hier sein ganzes Können beweisen: Die explodierenden Wasserbomben im Kriegsactiondrama "U-571" oder die kollidierenden Kristall-Meteore im Science-Fiction-Comic "Titan AE" überfordern viele Subwoofer und Satelliten-Lautsprecher. Doch das Teufel-Set meisterte das anspruchvolle Material mit Bravour. Und egal wie komplex die tonale Szenerie, die Sprachverständlichkeit des Sets war stets hervorragend. Auch Szenen fernab von Krachbumm meisterte das Sys­tem 5 mit Bravour, etwa Emmy Rossums zerbrechliche Gesangsstimme in "Das Phantom der Oper". 

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Ein opulenter Subwoofer und fünf kompakte Satelliten sorgen mit
aufgesteckter Stoffbespannung für homogenen Gleichklang.

Alle Satelliten sollten immer auf den Hörer ausgerichtet sein und die aufgesteckte Stoffabdeckung tragen, wie von Teufel empfohlen. Wenn man sie abnimmt, wirken die Höhen zu ausgeprägt, worunter die tonale Ausgewogenheit leidet. Wer dies beachtet und auf echte Holzfurniere verzichten kann, wird vom Teufel System 5 Set begeistert sein. Einzig die Einschalt-Schwelle des Auto-Inputs am aktiven Subwoofer könnte etwas empfindlicher sein, damit dieser sich auch bei leiser Musik stets sicher einschaltet.

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Die kompakten Satelliten erreichen nicht einmal DIN A4-Format,
erfüllen aber die THX-Select-Spezifikation.

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Optisch und klanglich zu empfehlen: Die als Zubehör erhältlichen Standfüße M 550 P.

 

 

 

 

Fazit

Diese Neuauflage überzeugt auf der ganzen Linie: Für nur 950 Euro liefert das System 5 von Teufel ausgewogenen Klang bei Musik und prickelnden Surround-Sound. Durchschlagskraft und Pegeldynamik des Subwoofers übertreffen alle Erwartungen – wirklich teuflisch gut!                                   

Teufel System 5 – Boxenset für 950 €

Teufel System 5 – Boxenset für 950 €

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Teufel System 5 – Boxenset für 950 €

 

 

Der Testbericht Teufel System 5 (Gesamtwertung: 81, Preis/UVP: 950 Euro) ist in audiovision Ausgabe 9-2007 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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